Lang lebe die B-Seite - Refugees' Kitchen
REFUGEES' KITCHEN

LANG LEBE DIE B-SEITE

27.10.17

A-Seite war gestern! Auf der B-Seite schlummerten immer schon die größeren Hits. Vielleicht war das einer der Gründe, die zur Namensgebung eines solidarischen Projekts aus Münster führten: der B-Side.

Seit einigen Jahren ist die B-Side ein, nicht mehr weg zu denkender Bestandteil der Münsteraner Kulturszene und "Erhalter" des sogenannten Hill-Speichers im Hafenviertel. Ein altes Speichergebäude, welches über lange Zeit als Leerstand verharrte und sich nun nach großem Einsatz und viel Engagement der „B-Side-ler“ zu einem kulturellen Freiraum für Künstler*innen und Kreative entwickelte. Um immer wieder auf die gemeinwohlorientierte Notwendigkeit dieses Ortes hinzuweisen, ist es unumgänglich, kontinuierlich das Gespräch mit Verantwortlichen der Stadt zu suchen und dies möglichst in aufmerksamkeitserregende Aktionen einzubinden.

Das jährliche B-Side Festival ist demnach der perfekte Anlass Freunde, Mitstreiter und Kritiker zusammen zu bringen, um an drei Tagen die Möglichkeit zum gemeinsamen Reden, Feiern und Kennenlernen zu geben. Kurzum, ein idealer Anlass für die Refugees` Kitchen der B-Side ihren solidarischen Gedanken in Form von Ressourcen-Teilung und der ein oder anderen Schawarma-Rolle zu zeigen. So kam es, dass die Dachterrasse des Containers vis-à-vis dem Speicher, zum offiziellen Treffpunkt zwischen Vertretern*innen B-Sides und dem Bürgermeister der Stadt Münster wurde, um die dauerhafte Zukunft dieses engagierten Projektes zu besprechen. Denn die B-Side begibt sich auf denselben Pfad, den kitev mit dem Umbau des Wasserturms im HBF Oberhausen einst bestritt, nämlich mit Hilfe von „Initiative ergreifen“ – einer auf die Zivilgesellschaft zugeschnittenen Städtebauförderung – einen Ort baulich zu ertüchtigen und auf lange Zeit zu Kunst und Kultur zu nutzen.

Dieses Festival also war der Anlass, dass zwei weitere Initiatven aus Münster die Kitchen einluden, um das Wochenende gemeinsames zu gestalten: das Freihaus MS, welches im Rahmen der Skulpturenprojekte ein so dichtes und interessantes Programm kuratierte – „Stadt ist, wenn man darüber spricht“, und der Westfälische Kunstverein, auf dessen Einladung die Refugees’ Kitchen Anfang des Jahres bereits bei der „Westfälischen Küche“ zum Thema „neu in der Stadt“ dabei sein durfte.

Die fabelhafte Stimmung an diesen Tagen verriet uns: „Alles ist möglich“! Die Menschen gingen unweit unseres Stellplatzes, dank der Skulpturenprojekte übers Wasser. Ein Oberbürgermeister der CDU kam in einem grünen Jackett auf einem Hollandrad angefahren. Ein Teppich wurde zum Dancefloor der Nationen. Konzerte auf dem Dach, Präsentationen und Performances vor, Breakdance und Tango neben und Boote rings um die Küche.

Bis in die späte Nacht hielten die Bässe des, auf der Dachterrasse auflegenden DJs – Professor Jan – die Container-Wände in Bewegung und ließen die Falafel in der Pfanne nur so hüpfen. Fazit: Es war einiges los und wir mitten drin!

Münster, Hafenviertel, B-Side...es war uns eine große Freude Zeuge dieses grandiosen Festivals gewesen zu sein und wir kommen unbedingt wieder. Es lebe die B-Seite!

Ein großer Dank geht an Jan Kamphoff von modulorbeat für Strom, Wasser und das längste und beste DJ Set des Sommers.

LONG LIVES THE B-SIDE

A-Side is past! The B-Side of a single was usually the bigger hit. Maybe that gave the inspiration to name a solidary project in Münster B-Side. Since a few years the B-Side community became an irreplaceable part of the cultural life in Münster and „keeper“ of the so-called „Hill-Speicher“ in the dockland area. This is an old storehouse which was vacant for quite a long time and after a lot of work and engagement from B-Side turned into a cultural and creative space free to use by everyone. To keep up the importance of this common welfare orientated place it is indispensable to continue talking to the municipality and to embed this through attention-grabbing events.

The annual B-Side festival seem to be the perfect occasion to bring together friends, fellow campaigners and critics and use the opportunity to catch up, celebrate und get to know each other. In short, a brilliant possibility for the refugees` kitchen to show B-Side solidarity in the shape of shared resources and rolled schawarma. So it happened that the roof terrace of the container became vis-à-vis the Hill-Speicher the official meeting point of people from B-Side and the mayor of Münster to discuss about the longterm future of the storehouse. In fact B-Side and kitev have a lot in common when it comes to reactivate a building for the use of art and culture. As kitev did in the past by rebuilding the watertower at the central station in Oberhausen and with help from „Initiative ergreifen“ (take initiative) which is urban development promotion program especially tailored for the civil society.

The festival was therefore the occasion for two further initiatives from Münster to invite the refugees` kitchen and create an even bigger event together: Freihaus MS which created around the sculpture-project the fully and interesting program „city is when you talk about it“ and the art association of Westphalia which already invited kitev earlier this year to join the event „Westfälische Küche“ (Westphalia kitchen) to talk about the subject „newly arrived in the city“.

The great atmosphere during these days told us: „Everything is possible“! People walked over water. A mayor from the black political party came on a bike dressed in a green jacket. A carpet turned into a dance floor of the nations. Concerts on the roof terrace, presentations and performances in front, breakdance and tango beside and boats around the kitchen.

Until late at midnight bass sounds by the amazing DJ - Professor Jan - kept the container walls in vibration and the falafel jumping in the oil. Our conclusion: There was much going on and we were just in the middle of it!

Münster, dockland quarter, B-Side…it was our honor to be part of this great great festival and we will be for sure back. Long lives the B-Side!

A special thanks to Jan Kamphoff from modulorbeat for energy, water and the longest and best DJ Set of this summer.